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Jürgmeier // Helen Hürlimann: «Tatort», Fussball und andere Gendereien Materialien zur Einübung des Genderblicks, inkl. DVD mit Kurzkrimi «Der Mörder ist immer die Gärtnerin»
Luzern/Zürich: Verlag interact // Verlag Pestalozzianum, 2008 // 48 Franken / 30 Euro
ISBN: 978-3-906413-45-7 (Interact) 978-3-907526-32-3 (Pestalozzianum)

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Durchblättern (© Jürgmeier/Helen Hürlimann // Alle Rechte vorbehalten)

Kurzkrimi «Der Mörder ist immer die Gärtnerin» anschauen
(© Jürgmeier/Helen Hürlimann // Alle Rechte vorbehalten)

 

Besprechung von Claudia Wallner, in diversen deutschen Zeitschriften, u.a. «Betrifft Mädchen», «Unsere Jugend»:

«... das hier vorliegende Buch ist ... einzigartig in der nahezu endlosen Reihe von Genderbüchern, die in den vergangenen Jahren den Markt überschwemmt haben. Wenn Jürgmeier und Hürlimann im Untertitel ankündigen, es ginge um die ‹Einübung des Genderblicks›, so ist das deutlich zu tief gestapelt. Die AutorInnen haben eine politische Botschaft: Gleichberechtigung der Geschlechter ist Sehnsucht, nicht Realität. Das belegen sie einerseits mit einem umfassenden, wissenschaftlich fundierten Kapitel zur aktuellen Genderdebatte und zum Stand der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und andererseits, indem sie Phänomene aus der Mitte der Gesellschaft auf ihre offenen und unterschwelligen Genderbotschaften hin untersuchen und Geschlechter-konstruktionen dechiffrieren... In der umfangreichen Analyse dreier ‹Tatort›-KrimikommissarInnen können die LeserInnen tatsächlich auf amüsante und trotzdem sehr lehrreiche Art und Weise den Genderblick einüben... Nie mehr wird man diese Tatorte sehen können, ohne dass einem die subtilen Genderbotschaften entgegen schreien ...»

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Variables Spiel um die Gender-Frage_r.r. in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 19. Dezember 2008:

«... Nach einer nützlichen Einführung, die den Stand der Genderdiskussion ... zusammenfasst, nähern sich die einzelnen Kapitel aus wechselnden Ecken der Kernfrage: Gibt es wirklich zwei Sorten Menschen? ...
... Eine ihrer Thesen etwa zielt dahin, dass die scheinbar unumstössliche Erkenntnis, Männer seien stärker als Frauen, im Sport weniger durch Physis als durch Regeln zementiert werde. Und in der Tat: Was wäre, wenn im Fussball statt nur die geschossenen Tore wie im Eiskunstlauf auch ästhetische Komponenten zählten? Alles würde anders, von der Atmosphäre im Stadion bis zum Schlussresultat. Folgerichtig beleuchtet das Buch im Schlussteil jene Zonen, wo sich derlei ‹revolutionäre› gesellschaftliche Veränderungen initiieren und umsetzen lassen: Politik und Bildung.»

Lisa Schmuckli an Vernissage:

«... Tatort, Fussball und andere Gendereien ist ein Werk, das die Lust am Hinsehen, am Diskutieren und am Analysieren weckt und stärkt und das Experimentieren fördert ...
... Es ist ein reiches, ein vielfältiges, ein kluges, ein witziges, ein schönes und sprachlich ein präzises Buch, das ich allen empfehlen will, die gerne lesen, die ihren Blick auf den Alltag der Geschlechterspiele schärfen möchten und die sich immer mal wieder überraschen und anregen lassen wollen ...
... Und lässig auch, wie sie die Formen der Darstellung immer wieder variieren: mal sind es Analysen, mal Beschreibungen, mal Interviews, mal fiktive Geschichten, mal Dialoge ...
... Und was mir beinahe am besten gefallen hat, ist ihr Ausblick auf die Utopie, nämlich die Frage, ob die Gleichheit der Geschlechter eine wünschbare oder sinnlose Utopie ist. Dieser Ausblick erlaubt es, sofort wieder in die Diskussion um die Differenzen und Gleichheiten, um Dekonstruktion der Rollen und Rekonstruktion des eigenen Bildes einzusteigen ...»

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Klappentext:

Was wäre, wenn es die Begriffe «männlich» und «weiblich», «Mann» und «Frau» nicht mehr gäbe? Während sich die Geschlechtergrenzen für Frauen in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr geöffnet haben, gilt für Männer immer noch weitgehend die Grundformel «Mann sein heisst, nicht Frau sein». Werden solch simple Geschlechterdualitäten aufgebrochen, wird das Individuum zur terra incognita, zur unbekannten Welt. Die AutorInnen skizzieren in ihren Materialien zur Einübung des Genderblicks Ansätze zur Einlösung dieser beunruhigenden Utopie der Gleichheit.«Befreiung vom Geschlechterkorsett: Schon hinter oder erst vor uns?», steht über einer Einführung in zentrale Genderdiskurse. Diese theoretische Grundlage wird an exemplarischen Themen wie Organisation des Alltags, aktuellen Debatten über (Jugend-)Gewalt sowie Kinderkrippen und an den populärkulturellen Phänomenen Fussball beziehungsweise Fernsehkrimi «Tatort» vertieft. Diese Beispiele geben Aufschluss über Geschlechter-vorurteile und ‑sehnsüchte bei KlientInnen sowie Lernenden, und sie sind gleichzeitig anschauliches Material für die Behandlung von Genderfragen auf allen Bildungsstufen.Das illustrierte Buch wird ergänzt durch den ebenfalls von den AutorInnen produzierten Kurzfilm «Der Mörder ist immer die Gärtnerin». Der rätselhafte Fussballkrimi auf DVD eignet sich als spielerischer Einstieg in Gender-themen. Die Andeutung des Trainers, «Wenn sie keine Fussballer wären, würde ich sagen – schwul», klärt allerdings nicht wirklich, wie die Leiche ins Lattenkreuz eines Fussballtors kommt ...

Das Buch «Tatort», Fussball und andere Gendereien - Materialien zur Einübung des Genderblicks basiert auf dem substantiell ergänzten und überarbeiteten Theorieteil der Diplomarbeit «Tatort» Fussball - Geschlechter-Dekonstruktionen und -Rekonstruktionen in populärkulturellen Repräsentationen, der Kurzfilm Der Mörder ist immer die Gärtnerin entspricht dem medialen Teil dieses Diplomprojekts im Rahmen des MAS Cultural/Gender Studies - 4. Studiengang, 2004-06 - Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, Zürcher Fachhochschule - Institut für Cultural Studies in Art, Media and Design.

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